Tafeltag in Wunstorf

Von morgens bis nachmittags waren zwei Freiwillige am Donnerstag (26. März 2015) bei der Wunstorfer Tafel aushelfen. Sie halfen beim Ware Annehmen und Sortieren, Zurechtschneiden und Sauber machen. Bei einer Kaffeepause, kamen die Ehren- und Hauptamtlichen mit den Freiwilligen von Serve the City in der Gruppenküche zusammen. Hier wurde erzählt, dass die Arbeit ihnen unglaublich viel Spaß bringe und dass viele, wenn ihr Arbeitsvertrag vorbei sei, noch gerne freiwillig vorbeikämen und helfen würden. Es sei eine tolle bunt gemischte Gruppe aus allen Herrenländern und unterschiedlichen Alters. Die neun 1€-Jobs seien hier heißbegehrt und hart umkämpft - das Klima sei einfach toll und die Arbeit sinnvoll. Alle sind aber immer wieder darüber erschrocken, wieviel genießbares Essen im Müll landen würde, wären sie nicht. Die knackigen Radieschen, die frühlingsgrünen Lauchzwiebeln, die leckeren Blaubeeren, der lila-grüne Spargel - "Das ist alles Müll! Das ist doch noch gut!", so der Geschäftsführer Frank Löffler. Eigentlich alle Supermärkte, Hofläden und Bäcker bringen der Tafel regelmäßig übergebliebene Ware, die daraufhin an Bedürftige für einen symbolischen Eurobetrag ausgegeben wird. Die Kunden kommen gerne und freuen sich über die Unterstützung durch zusätzliche Nahrungsmittel, unter denen auch mal Experimente wie Oreo-Cappucino zu finden sind.
Doro und Hiltrud waren glücklich über die Möglichkeit mal die Tafel in Wirklichkeit zu erleben. Doro sagte, das selber zu sehen, was alles weggeschmissen würde, aber auch wer alles zur Tafel käme, "das wurde mir
erst hier richtig deutlich. Zeitungsberichte sagen nicht das, was man hier mitbekommt." Die Armut sei viel größer als gedacht, denn man sähe den Leuten die Armut nicht an. "Es muss viel Überwindung kosten, die
Hilfe hier anzunehmen.", so Hiltrud.