Stolpersteine

Am Vormittag des 16. Mai 2015 fanden sich 12 Personen zusammen, um die Stolpersteine der Stadt wieder zum Glänzen zu bringen. Die Aktion wurde vom Friedensbüro Hannover organisiert, sechs Personen wurden durch Serve the City auf die Aktion aufmerksam.

Stolpersteine? Gunter Demnig, der das Projekt "Stolpersteine" ins Leben rief, erklärt Stolpersteine mit einem Zitat aus dem Talmud: 'Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.' Weiter heißt es auf
der Webseite: "Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. [...] Über STOLPERSTEINE sollen Menschen mit dem Kopf und mit dem Herzen stolpern." - So soll den Menschen gedacht werden, die im Nationalsozialismus deportiert wurden: Juden, Sinti und Roma, politisch verfolgten, homosexuellen, Zeugen Jehovas, Euthanasieopfern.

Ausgestattet mit Messingpolitur, Schwämmen, Tüchern, Zahnbürsten und Kissen schwärmten die Helfenden aus. Auf der Suche nach den Stolpersteinen, konnte man sie fast gar nicht zwischen den anderen grauen Steinen finden, da sie sich durch den Dreck an ihre Umgebung angepasst hatten. Es wurden viele der Messingsteine von Schmutz freigeschrubt und anschließend auf Hochglanz poliert. Jetzt laden sie in ihrem blitzenden Aussehen wieder zum Stolpern ein.

Während des Putzens kamen viele Passanten, fragten was da gemacht würde, unterhielten sich über die Stolpersteine oder hielten einfach inne. Trotz einiger kritischer Stimmen, warum denn "immer nur den Juden" gedachte werde, waren die überwiegenden Reaktionen positiv. Insbesondere einige Kinder, die auf einem Spielplatz spielten, fragten neugierig nach. Sie waren ganz begeistert, sie müssten das unbedingt ihrer
Lehrerin erzählen - sie kamen von einem Moscheefest. Die Stolpersteine verbinden uns Menschen.

Ca. 300 Steine sind in Hannover an 96 Standorten verlegt. Hier eine Standort-Liste:
http://www.hannover.de/Kultur-Freizeit/Architektur-Geschichte/Stadtgeschichte/Stolpersteine/Liste-der-verlegten-Stolpersteine

Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit an das Friedensbüro!